QM-Symposium des VDA-QMC - 2010 in Frankfurt

hier finden Sie Informationen vom QM-Symposium der Automobilindustrie, das vom 28.-29.04.10 in Frankfurt stattgefunden hat.

Folgende Themen wurden kurz vorgetragen bzw. in Workshops vertieft:
1. Supply-Chain-Management bei MAN
2. ISO/TS 16949 - Aktuelles aus der IATF
3. AK FMEA - Besondere Merkmale
4. ISO/TS 16949 - Kundenspezifische Anforderungen - Quo Vadis?
5. VDA 6.3 - Aktueller Stand Gelbband Ausgabe
6. VDA 6.3 - Anwendung bei VW / Praxisbericht
7. Fehlerkultur und Führung - Vorstellung des Konzepts
8. AdBlue-Auditierung - Das neue Audit-Programm des VDA-QMC
9. AK Waschanlagen - Vorstellung Blau/Gold Band

ISO/TS 16949 - Aktuelles aus der IATF
Zum 31.03.10 gab es weltweit 41.240 gültige ISO/TS 16949-Zertifikate (Asien-Pazifik 55%, Europa 24%, Nordamerika 13% - China 29%, USA 9%, Südkorea 9%, Deutschland 8%, Indien 6%). Das bedeutet einen Rückgang in Europa und Nordamerika und eine Steigerung im asiatischen Raum.
Weiterhin wurde nochmals auf die Internetseite der IATF verwiesen, auf der immer die aktuellen Informationen zur Zertifizierung (IATF CB Communiques und FAQs/SIs zur ISO/TS selbst und zu den Zertifizierungsregeln) abgerufen werden können.

AK FMEA - Besondere Merkmale
Hr. Hümpfner von ZF Sachs hat die Ergebnisse aus dem Arbeitskreis präsentiert.
Ziel ist eine "Beschreibung der Vorgehensweise zur Identifikation und Festlegung von besonderen Merkmalen (BM), die erhöhte Sorgfalt bedürfen und nicht über andere geregelte Prozesse bearbeitet werden" zu erstellen.
Hierzu wurde in 3 Kategorien eingeteilt:
BM S: Sicherheitsforderung / Produktsicherheit / sicherheitsrelevante Folgen
BM Z: rechtliche Vorgaben zur Zeit des Inverkehrbringens des Produkts
BM F: besondere Funktionen und Forderungen
Die Kategorie BM S und BM Z entsprechen der bisherigen Sprechweise "kritische Merkmale".
Dabei soll über mehrere Filterfunktionen (Konzept, Konstruktion, Produktionsplanung und Produktionsprozess) im Reifegradprozess ermittelt werden, wo und welche besonderen Merkmale es zusätzlich zu der geplanten Absicherung gibt.
Weiterhin wurde der Bezug zur Dokumentation und Archivierung (VDA Band 1) sowie zur FMEA-Systematik aufgezeigt ("eine Bewertung B=10 oder B=9 ergibt nicht automatisch ein besonderes Merkmal BM S oder BM Z").
Der Gelbdruck soll ab Mitte Sep. 2010 den Anwendern für Rückmeldungen zur Verfügung stehen.

ISO/TS 16949 - Kundenspezifische Anforderungen (CSR) - Quo Vadis?
Hr. Pollak von der Fa. Johnson Controls hat die Ergebnisse dieses Arbeitskreis vorgestellt.
Der neue VDA-Standard CSR dient der Erstellung und Lenkung kundenspezifischer Anforderungen zum QM-System. Die Abgrenzung zu technischen, kaufmännischen und anderen Anforderungen ist klar festgelegt.
Weiterhin wird beispielhaft die neue Vorgehensweise aufgezeigt, damit die Prüfung bei den Lieferanten einfacher wird; Grundlage bildet immer die Strukturierung der ISO/TS 16949.
Der Aufbau des Standards CSR widerspricht nicht dem Ergebnis des IAOB-Arbeitskreis von Sep. 2009.
In Kürze wird der Gelbband CSR veröffentlicht. Der Rotdruck ist für Okt. 2010 geplant.

VDA 6.3 - Aktueller Stand Gelbband Ausgabe
Der Gelbband wurde von uns schon in den News 2010-03 ausführlich besprochen.
Der Arbeitskreis hat die Gelegenheit genutzt, den aktuellen Stand mit den Teilnehmern der Workshops nochmal zu bearbeiten und zugesagt, dass die Rückmeldungen im weiteren Verlauf berücksichtigt werden.
Wichtig dabei ist auch das neue Schulungskonzept zum VDA 6.3; es gibt zwar keine Einschränkung der Schulungsanbieter, doch wurde klar, dass es ohne angemessene Weiterqualifizierung (Schulungsinhalte, Lernkontrolle und Zeitdauer) der internen Prozessauditoren nicht gehen wird. Das erste Pilotseminar zum Modul A hat inzwischen stattgefunden.

VDA 6.3 - Anwendung bei VW / Praxisbericht
Hr. Assmann von VW hat seine bisherigen Erfahrungen mit der Vorgehensweise des neuen VDA Band 6.3 erläutert.
Diese Anforderungen sind bei VW in deren Formel Q Fähigkeit integriert und somit eine konkrete Anforderung an alle VW-Lieferanten.

Fehlerkultur und Führung - Vorstellung des Konzepts
Einen sehr interessanten Vortrag hat Hr. Geiwitsch von Quamfex zum Thema Fehlerkultur und Führung präsentiert.
Kernaussagen der Fehlerforschung zeigen, dass "jeder Fehler macht" und "niemand absichtlich Fehler macht". Weiterhin ist es eine falsche Vorstellung, dass sich Fehler völlig vermeiden lassen. Entscheidend ist, wie wir Menschen und die Unternehmen damit umgehen. Eine hohe Kultur beim Fehlermanagement soll eine 20% höhere Profitabilität der Unternehmen bringen.
Hierzu gibt es ein Konzept für eine Inhouse-Schulung beim VDA-QMC.